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Poplitz
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Poplitz ist ein Ortsteil der Stadt Könnern in Sachsen-Anhalt. Der Ort war Teil der bis zum 1. Januar 2005 selbstĂ€ndigen Gemeinde Beesenlaublingen und liegt rechts der Saale. Unmittelbar nördlich von Poplitz ĂŒberquert die Bundesautobahn 14 die Saale.
Contents
âą Geschichte
⹠Söhne des Ortes
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Das alte Dorf Poplitz, das im 15. Jahrhundert wĂŒst wurde, verfĂŒgte ĂŒber 18 Hufen und 18 Bauernhöfe. Dem Erzbischof von Magdeburg unterstanden nur 4 Höfe und 4 Hufen, wĂ€hrend zu Anhalt-Bernburg 14 Höfe und 14 Hufen gehörten. Im Mittelalter waren die von Krosigk Herren der Grafschaft Alsleben. Die Grafschaft reichte im Norden bis Kustrena-UnterpeiĂen, im Osten bis Leau-Ilbersdorf, im SĂŒden bis Zellewitz-Ilewitz und im Westen bis Schackstedt-Piesdorf.
Der Name Poplitz kommt aus dem Sorbischen (popel = Asche), so wĂ€re die Ăbersetzung Aschenort. FĂŒrst Christian II. von Anhalt-Bernburg belehnte am 19. Januar 1630 die Erben Vollrats von Krosigk mit den GĂŒtern (Plötzkauer Amtshandelsbuch 1586â1589). Vor dieser Zeit war es der Stammsitz eines adligen Geschlechts derer von Poplitz. Ein Hans von Poplitzcite-ref-2[2] war von 1473 bis 1480 SchultheiĂ (Richter, Vollstrecker) zu Halle. Ăber den letzten von Poplitz, Markus, wird berichtet, dass ihm ein Hof in Poplitz mit 9 Hufen, Wiesenwuchs, Baumgarten und 3 Werder (ein Werder ist eine Insel), weiterhin auch die KahnfĂ€hre ĂŒber die Saale nach Alsleben gehörte. Nach Markus erwarb ein Tilo von Knebel (oder von Knobln) diese LĂ€ndereien, die er 1522 an Lorenz von Krosigk (â 1534) verĂ€uĂerte.cite-ref-3[3]
Lorenz von Krosigk, der einzige Sohn von Heinrich von Krosigk (â 1487), erbte von seinem Vater die Grafschaft Alsleben und kaufte von Tilo von Knebel 1522 neben Poplitz und Laublingen auch das angrenzende Rittergut Beesen.cite-ref-4[4] Poplitz verleibte Lorenz der Grafschaft Alsleben ein. Es blieb ein Teil dieser Grafschaft, bis es Heinrich von Krosigk 1612 seinem Lehnsvetter Vollrad von Krosigk (â 1626) verkaufte.cite-ref-poplitz-5-0[5] Vollrads Vater Vollrad von Krosigk (â 1597) war der einzige Sohn von Vollrad von Krosigk (â 1545), dem Stifter der Linie des Stammguts Beesen und jĂŒngsten Sohn von Lorenz von Krosigk.cite-ref-6[6] Vollrad junior war jetzt Erbherr auf Beesen, Kustrena, PeiĂen, Bebitz, Trebitz, Gröna, Lebendorf, Leau, Poplitz mit Laublingen und PregelmĂŒhle. Vollrads Sohn Vollrad Ludolf von Krosigk (1620â1671) teilte den Besitz unter seinen drei Söhnen auf:cite-ref-7[7]cite-ref-poplitz-5-1[5]
âą Vollrat Busse (1654â1719)cite-ref-8[8] erhielt Schloss Beesen (Altbeesen) und die HĂ€lfte der GrundstĂŒcke mit Lehen und Zinsen.
âą Bernhard Friedrich (1656â1714) ĂŒbernahm Poplitz mit Laublingen und PegelmĂŒhle sowie Plötzkau mit Gröna.
âą Levin August (1658â1686) erhielt das neu erbaute Haus (Neubeesen 1596) mit der anderen HĂ€lfte der GrundstĂŒcke mit Lehen und Zinsen.
Der zweite Sohn, Bernhard Friedrich, ist somit der Stammvater der Poplitzer Linie und die Nachfahren nannten sich Herren auf Poplitz. Bernhard Friedrich lieĂ das jetzige Schloss 1671 auf den Grundmauern des alten Herrenhauses bauen. Ein Nonnenkloster nach einer alten Sage hat es hier niemals gegeben. Aus dem alten Bau lieĂ er den als PopelmĂ€nnchen bezeichneten Eckstein in den nördlichen Eckpfeiler einsetzen. Der Magister (Lehrer und Meister) Peter Kolbe war mit dem Bau beauftragt. Das Schloss ist ein zweistöckiges, wĂŒrfelförmiges Haus. Ein einziges hohes Dach, mit Galerie zur Beobachtung der Sterne, bedeckte den Bau, der sich möglicherweise auch ĂŒber einen frĂŒheren Innenhof erstreckte. Die vier FlĂŒgel wurden zu Logier- und Wohnzimmer, Rittersaal usw. ausgebaut. Im Erdgeschoss waren die groĂen Keller, Dienerwohnungen, KĂŒche und Vorratskammern. Den Park lieĂ er anlegen, die berĂŒhmte Lindenallee, die Taxushecken; alles im Stil seiner Zeit.
Weiterhin sorgte Bernhard Friedrich von Krosigk fĂŒr die Alten seiner Leibeigenen und lieĂ das Hospital fĂŒr zwölf Personen 1689 bauen. Zu Sicherheit fĂŒr das Hospital legte er eine Hypothek an. Die ersten Bewohner waren: ein 57-jĂ€hriger Invalide, welcher auch VorsĂ€nger war, ein 80-jĂ€hriger Futterschneider des Gutes, ein 90-jĂ€hriger ehemaliger AnspĂ€nner aus Laublingen, ein alter Zimmermann, welcher bettelte, eine 70-jĂ€hrige Witwe, noch eine Witwe mit ihren 18-jĂ€hrigen Sohn, eine Witwe aus PeiĂen, ein alter Schuster und dessen Ehefrau und die Mutter eines Alslebener BĂŒrgers. Die Einwohner des Spittels, welche verstarben, wurden auf dem Gottesacker in Poplitz beigesetzt. Die Insassen erhielten zweimal am Tage ihre Speisen und GetrĂ€nke aus der KĂŒche des Schlosses und alle zwei Jahre eine notdĂŒrftige Kleidung. Im Hospital wurde tĂ€glich morgens, mittags und abends gebetet. Die Betstunden FĂŒhrte ein lese und schreibkundiger Insasse aus. Dieser Insasse musste tĂ€glich Protokoll fĂŒhren und das Brot verteilen, dafĂŒr erhielt er 3 Taler. Der Pfarrer wurde als Inspektor eingesetzt mit dem Verwalter des Gutes. Die Einweihung fand am 18. Juli 1689, nachmittags 3 Uhr statt. Die Einweihung fĂŒhrten die Schwestern von Bernhard Friedrich durch, es waren Sophie Elisebeth und Eleonore von der Schulenburg. Der Lektor des Hospitals musste gleichzeitig die Kinder von Poplitz unterrichten.
1690 bevollmĂ€chtigte Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-WolfenbĂŒttel, Bernhard Friedrich von Krosigk nach Haag. Bernhard Friedrich befasste sich mit astronomischen und völkerkundlichen Studien. Er lieĂ ein Observatorium in Archangelsk bauen und beauftragte seinen Magister Peter Kolbe 1705â1712 nach Kapland in SĂŒdafrika. Hier wurde am Kap der Guten Hoffnung auch ein Observatorium errichtet. Er sollte auch völkerkundliche Forschungen ĂŒber die Khoi Khoi durchfĂŒhren. Im Gegensatz zu den meisten Zeitgenossen war ihm rassistisches Verhalten gegenĂŒber den Einheimischen fremd. In der Ausstellung âGeorg Schmidt und die Khoi-Khoiâ im November 1987 im Museum fĂŒr Völkerkunde Dresden zeigte man die völkerkundliche Beschreibung von Magister Kolbe, welcher er im Auftrage von Krosigk in SĂŒdafrika zusammengetragen hatte.
Im Alter ĂŒbernahm Bernhard Friedrich von Krosigk den Grundbesitz der Freien Herrlichkeit in Ober-Yssel in Holland. Nach seinem Tod ĂŒbernahm sein Sohn Rudolf August den Besitz von Poplitz (â 1739). Danach dessen Sohn Bernhard August (* 1735), dieser starb schon als Kind. Der Bruder von Rudolf August, Heinrich von Krosigk (1700â1746), auf Gröna, ĂŒbernimmt die Linie Poplitz.cite-ref-9[9] Danach sein Sohn Ferdinand Anton (1743â1805). Dieser war Landrat des Saalkreises, Alsleben gehörte damals dazu. Zum Besitz von Poplitz, fĂŒr Erbregelung zu einem Familienfideikommiss umgebildet, gehörte Laublingen mit PregelmĂŒhle,cite-ref-10[10] PeiĂen, Gröna mit Leau und GroĂ Böhla in Sachsen. SpĂ€ter kaufte er von seinem Vetter Karl Eschwin von Krosigk Beesedau hinzu. Ferdinand Anton war mit Dorothea Luise von Cramm aus dem Braunschweigischen verheiratet. Um ihr Vermögen von Braunschweig, was Ausland war, nach PreuĂen zu bringen, brauchte er die Genehmigung von Friedrich dem GroĂen. Aus der Ehe entsprangen 14 Kinder. 6 Söhne und 4 Töchter blieben am Leben. Es waren Dedo als Majoratserbe, Heinrich Ferdinand (âder böse Baron von Krosigkâ, nach dem Roman von Paul Schreckenbach; verheiratet mit Friederike von Schurff), Ludwig (Major im Befreiungskrieg), Ernst (Generalleutnant), Friedrich (erbte GroĂ Böhla) war RegierungsprĂ€sident von 1841 bis 1848 in Merseburg, Anton (erhielt Gröna), Friederike Anna (heiratete Friedrich Lebrecht von Trotha), Charlotte (unverheiratet), Antoinette (umstrittene Person, heiratete von Einsiedel), sie machte fĂŒr ihren Bruder Heinrich die Hofdame. Pastor Moldenhauer verliebte sich in Antoinette. Er ĂŒbernahm spĂ€ter die Pfarrstelle seines Vaters in UnterpeiĂen.
Ferdinand Anton lieĂ drei kleine zweistöckige FlĂŒgel am Schloss anbauen und errichtet den Getreideboden, dadurch entstand der Herrschafts- und Wirtschaftshof. FĂŒr seine Leibeigenen errichtete er die Poplitzer Reihe mit einer Kastanienallee. Nach dem Hochwasser von 1799 wurde im Park ein Damm errichtet, dadurch entstanden die kleinen Teiche im Park. Am 7. Juli 1805 starb er. Seine Leiche wurde im Turm der Kirche von Laublingen beigesetzt. Dedo und Heinrich Ferdinand ĂŒbernahmen gemeinsam das Erbe von etwa 1200 Morgen Feld, 200 Morgen Wiesen, 150 Morgen Wald (Zinkenbusch, Beesedauer Busch, Saaleufer, Weidholz, Reinhardsbusch, Pritschke und ErdkĂŒte), 100 Morgen Solweiden, 100 Morgen Plantagen, Hutungen und Umland sowie 50 Morgen Park und 4 GĂ€rten. Ein Ăkonomieverwalter war fĂŒr die Felder, ein JĂ€ger fĂŒr BĂŒsche und Plantagen und der Hofmeister Kupfernagel fĂŒr den Wirtschaftshof verantwortlich. Die Ziegelei leitete der Meister Winterfeld. Es gab weiter einen Schafmeister, einen Reitknecht Johann Leberecht Butzmann, einen Schweinehirt Schmidt, einen Schmied Becker, einen Stellmacher Fink und einen GĂ€rtner. In der Reihe wohnten 17 Drescher. Die Bediensteten im Schloss waren ein Kutscher, eine Köchin und ein HausmĂ€dchen.
Von 1806 bis 1813 war Poplitz sehr stark durch französische Einquartierung belastet. 30.000 Taler Zwangsanleihe mussten an das Königreich Westphalen erbracht werden. Dedo war Regierungsrat in Halberstadt und spĂ€ter Landrat des Saalkreises. 1818 kaufte er den Edelhof in Mukrena von einem von Röder. Am 15. Oktober 1840 erhielt der Grundbesitz Poplitzcite-ref-11[11] die ErbtruchsesswĂŒrde (Ehrenamt des Leiters der herzoglichen Hofhaltung) im Herzogtum Magdeburg. Dedo starb am 21. MĂ€rz 1857. Poplitz galt als Mannlehn-Rittergut, mit Anwartschaft der Anhalt-Bernburgischen Familienlinien.cite-ref-12[12]
Vollrath von Krosigk, Sohn Dedos, wurde am 31. Mai 1819 geboren. Er ĂŒbernahm 1847 von seinem Vater pachtweise den Besitz. Er fĂŒhrte in der Wirtschaft englische landwirtschaftliche Maschinen und GerĂ€te ein sowie neue SĂ€mereien und Viehrassen. FĂŒr sein fortschrittliches Vorhaben suchte er praktisch tĂŒchtige Inspektoren. Einige sind bekannt, es waren Lehnicke, MaaĂ, Neumann und Wohlfahrt. Poplitz wurde als Musterwirtschaft ausgebaut. Viele junge Landwirte erlernten in Poplitz die vorbildliche Landwirtschaft. 1865 wurde Vollrat preuĂischer Kammerherr.
Nachdem Vollrath 1871 aus dem französischen Krieg zurĂŒckgekehrt war, lieĂ er nach französischem Vorbild den französischen Garten am Hospital anlegen, in welchem nur Kernobst FormbĂ€ume und Pfirsiche angepflanzt wurden. Auch die alten GĂ€rten wurden in vorstehender Weise nach und nach neu bepflanzt. Die Poplitzer GĂ€rten waren bis zu seinem Tode am 18. August 1889 wahre MustergĂ€rten, eine Lehranstalt fĂŒr alle ObstzĂŒchter, nicht bloĂ fĂŒr die nĂ€chste Umgebung, sondern auch fĂŒr die ganze Provinz Sachsen und Land Anhalt. Hier holten sich die ObstzĂŒchter die Edelreiser unentgeltlich und suchten ihre Kenntnisse zu vermehren. Auf Anregung von Vollrat von Krosigk wurde der Provinzial-Obst-Mustergarten in Diemitz bei Halle angelegt. Nach dem Tode von Vollrat von Krosigk-Poplitz suchte der Pastor Friedrich in Trebnitz durch Anlegen von ObstgĂ€rten die Obstkultur weiter zu fördern und hatte glĂ€nzende Resultate.
1880 wurde er Wirklicher Geheimrat und Vorsitzender des Provinziallandtages und Provinzialausschusses. Dem industriellen Aufbau von Ernst war er gut gesinnt. Er setzte durch, dass der Abfluss der Spiritusfabrik nicht mehr in den Kuhfurt geleitet wurde. Die Hofbreite wurde von Poplitz nach Beesenlaublingen eingemeindet. Er setzte sich fĂŒr die Kanalverbindung Elbe-Weser ein, die vom Schiffsdirektor Gustav Baumeier aus Alsleben ausgearbeitet wurde. Die StraĂe MukrenaâBebitz durch Beesenlaublingen wurde befestigt, der Feldweg BeesenlaublingenâBeesedau ĂŒber den Pfingstanger wurde errichtet, die BraunschweigerstraĂe (B6) wurde am Radeberg verlegt und bis Könnern gepflastert. Die KreisstraĂe Zoll bis zur Grenze Anhalt wurde angelegt und die Schmiedegasse erhielt Pflaster. Zu Ehren seiner ersten verstorbenen Frau legte er die Elisabethstiftung mit 1200 Talern an. JĂ€hrlich erhielten zwei SchĂŒlerinnen die Zinsen dieser Stiftung. FĂŒr den Bau der Schule Mukrena 1863 schenkte er 200 Taler. Den westlichen Teil des Radeberges lieĂ er mit Buschwerk, LĂ€rchen, Tannen usw. bepflanzen. Als er am 18. August 1889 starb, wurde er von allen Bevölkerungsschichten betrauert.cite-ref-13[13] 1890 grĂŒndeten die Krosigker Familienlinien Poplitz und Hohenerxleben einen Familienverband in Form einer Stiftung.cite-ref-14[14]
Der zweite Sohn von Vollrat, Anton Ferdinand (1858â1919) ĂŒbernahm das Erbe. Anton erbaute die Dampfziegelei in Poplitz. Viele unglĂŒckliche SchicksalsschlĂ€ge trafen ihn, so dass er das Familiengut auf 18 Jahre verpachtete. Nach der Pachtzeit gab der Landwirt Johannes Kiesel das Gut Poplitz zurĂŒck. Da Anton von Krosigk am 20. Oktober 1919 starb, war die Poplitzer Familienlinie indirekt ausgestorben, die nachfolgenden Besitzer stammten aber von Vorfahren ab, die noch in Poplitz geboren waren. Den Grundbesitz ĂŒbernahmen die von Krosigk-DĂŒngeda und verpachteten Anfang der 1920er Jahre die 430 ha groĂe BegĂŒterung.cite-ref-15[15]
Am 27. Februar 1928 ĂŒbernahm das Anwesen der Landwirt Fritz von Krosigk, geboren am 17. MĂ€rz 1901 in Kiel. Sein Wohnsitz war vorlĂ€ufig noch in Seeburg. 1930 siedelte er nach Poplitz ĂŒber. Als erste soziale MaĂnahmen lieĂ er die ArbeiterhĂ€user, die so genannte Reihe, erneuern, ein Teil abbrechen und im sĂŒdlichen Teil der Reihe ersetzen. 1936 kamen zum ersten Male zahlreiche Familien der von Krosigk in Hohenerxleben zu einem Familientag zusammen. Die Weihe eines schlichten Ehrenmales von acht im Ersten Weltkrieg gefallenen Familienmitgliedern war die Hauptangelegenheit. Eine Inschrift besagt, dass 34 Krosigks von 1914 bis 1918 Soldat waren. Der Senior der Familie war der Admiral a. D. GĂŒnther von Krosigk. Er wurde 1938 zwischen dem Mausoleum und Schloss in Poplitz beigesetzt und ist nach dem Genealogischen Handbuch des Adels der GroĂvater des genannten Landwirts Fritz von Krosigk-Poplitz. 1939 wurde der Umbau des Schlosses durchgefĂŒhrt, es bekam elektrischen Strom. Weiterhin wurde das Landdienstheim gebaut. Am 1. November 1928 wurde Poplitz als Gutsbezirk aufgelöst und zu Beesenlaublingen eingemeindet, am gleichen Tage geschah es auch mit der DomĂ€ne Neubeesen.
Das Gut Poplitz wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet, die Familie Fritz von Krosigk mussten das Schloss verlassen und zog nach Hamburg. Am 10. September 1956 starb Fritz von Krosigk in Hamburg-Klein Flottbek.
Bis 1878 hatte Poplitz eine eigene Schule. Infolge von Krankheit und Pensionierung des Lehrers Liebau wurden die Kinder ab 9. Dezember 1878 nach Beesenlaublingen eingeschult und zwar unter Voraussetzung jĂ€hrlicher KĂŒndigung.
Das Poplitzer Schloss wurde nach 1990 in Privatbesitz verkauft und saniert.
Regenstation Poplitz
| Niederschlagsmengen in Poplitz 1911â1920 | Niederschlagsmengen in Poplitz 1911â1920 |
|---|---|
| 1911 | 189 mm |
| 1912 | 462 mm |
| 1913 | 353 mm |
| 1914 | 549 mm |
| 1915 | 465 mm |
| 1916 | 435 mm |
| 1917 | 337 mm |
| 1918 | 504 mm |
| 1919 | 402 mm |
| 1920 | 304 mm |
Der Niederschlag in Form von Regen, Schnee, Tau usw. ist der Hauptfaktor oder oberster Macher in der Landwirtschaft. Zur Messung der NiederschlĂ€ge bediente man sich der Regenmesser. Der bekannteste von Professor Helmann wird allweit angewandt. Die Station in Poplitz besaĂ drei StĂŒck; zwei mit 200 cmÂČ und einen mit 100 cmÂČ. 1 mm bedeutet 1 Liter Wasser auf 1 mÂČ FlĂ€che. Der Schnee, die Graupel usw. wurden in einem warmen Raum aufgetaut und das Wasser gemessen. Auf der Poplitzer Station standen ein groĂer und ein kleiner Regenmesser etwa 1 m auseinander und die RĂ€nder der AuffangflĂ€chen standen 1 m ĂŒber der ErdoberflĂ€che. Auf dem Erdboden war noch ein Brett 30 Ă 55 cm groĂ neben der SĂ€ule des Regenmessers waagerecht hingelegt. Der auf dieses Brett gefallene Schnee wurde mit der oberen HĂ€lfte des Regenmessers ausgestochen und dieser dann aufgetaut und gemessen. Poplitz liegt in den Trockengebieten mit rund 424 mm NiederschlĂ€gen im Vergleich zu den Alpen mit 2600 mm. In den Trockengebieten mit reichlich Sonnenschein gedeiht die ZuckerrĂŒbe sehr gut. Das LĂ€ngenprofil vom Brocken nach Oberröblingen oder Brocken nach Poplitz betrĂ€gt ungefĂ€hr 100 km. Auf dieser Strecke lagen folgende Regenstationen:
| | Höhe ĂŒber NN | Niederschlag |
|---|---|---|
| Brocken | 1141,2 m | 1637 mm |
| Torfhaus | 800 m | 1538 mm |
| Schierke | 620 m | 1153 mm |
| Braunlage | 565 m | 1129 mm |
| Hasselfelde | 450 m | 722 mm |
| Wippra | 215 m | 566 mm |
| Eisleben | 120 m | 494 mm |
| Oberröblingen | 94 m | 430 mm |
| Poplitz | 65 m | 424 mm |
Dies waren die Durchschnittsmessungen von 1910 bis 1940. Von Friedeburg bis Gröna bildet sich eine Wasserscheide, denn die Gewitter- und Regenwolken, die vom Harz kommen, entladen sich fast ausnahmslos zwischen dem Harzgebirge und der Saale. Die Poplitzer Gegend bekommt dann nur den Wind und Sturm ab. Links der Saale sind groĂe WolkenbrĂŒche zu verzeichnen, beispielsweise in Helmsdorf, Heiligenthal, Schackenthal, Schackstedt, Gerbstedt, Belleben und in den Taldörfern. In Poplitz wurden wĂ€hrend dieser Katastrophen nur einige Millimeter gemessen. Das Jahr 1911 erbrachte nur 189 mm Niederschlag. Der Juli 1914 erbrachte dagegen 189,5 mm. Das regenreichste Jahr war 1906 mit 567 mm. Der Februar 1929 war mit â31 °C der kĂ€lteste Monat seit 160 Jahren. Am 15. Juli 1928 waren es 35 °C im Schatten und 46 °C in der Sonne. Im Zusammenhang sei erwĂ€hnt, dass der Februar 1866 der einzige Monat ohne Vollmond gewesen ist. Ein Ă€hnlicher Vorgang wird erst in zweieinhalb Millionen Jahren sich wiederholen. Die Regenstation wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben.
Söhne des Ortes
âą Heinrich von Krosigk (1700â1746), Hofmarschall
âą Dedo von Krosigk (1776â1857), Landrat, Rittergutsbesitzer
âą Heinrich Ferdinand von Krosigk (1778â1813), preuĂischer Major, prominentes Opfer der Völkerschlacht bei Leipzig
âą Ludwig Franz von Krosigk (1781â1821), preuĂischer Major
âą Ernst von Krosigk (1782â1872), preuĂischer Generalleutnant
âą Friedrich von Krosigk (1784â1871), Politiker, Mitglied des PreuĂischen Herrenhauses
âą Anton Emil von Krosigk (1790â1868), Geheimrat, Kammerherr, Schlosshauptmann und preuĂischer Rittmeister
âą Vollrath von Krosigk (1819â1889), Politiker, Mitglied des PreuĂischen Herrenhauses
Literatur
âą Dedo Graf Schwerin v. Krosigk und Dedo v. KerĂenbrock-Krosigk (Hrsg.): 900 Jahre Krosigks. Festschrift zur ersten urkundlichen Nennung der Familie im Jahre 1103. 1. Auflage. Redaktion 2003. Selbstverlag der Familie, Berlin / Schermbeck 2004, ISBN 3-00-014247-9, S. 35.
âą Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen HĂ€user, A (Uradel), Band A III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA. C. A. Starke Verlag, GlĂŒcksburg (Ostsee) 1957. S. 285. ISSN 0435-2408.
âą Karl Löbus: Heinrich Ferdinand v. Krosigk-Poplitz. (Der âböse Baronâ). Ein Lebens- und Charakterbild. Urkundl. u. a. Grund mĂŒndl. Ăberlieferungen. Original 1913; 77 S., DNB 1254251669.
âą Poplitz. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die lĂ€ndlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preuĂischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-GĂŒtern. Band 2. Duncker, Berlin 1859, Blatt 108 (zlb.de [Text zwei Seiten danach]).
⹠Auszug der BestÀnde. Deutsche Nationalbibliothek.
Weblinks
Commons
: Poplitz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Bilder vom Schloss Poplitz. popelmaennchen.de
Einzelnachweise
cite-note-11. Poplitz, Könnern, Sachsen-Anhalt, Deutschland. In: de.city-facts.com. Abgerufen im November 2025.
cite-note-22. â Wilhelm Altmann: Hans von Poplitz. In: Johann Friedrich Böhmer (Hrsg.): Regesta Imperii XI. Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410â1437). I. Lieferung. Sigmund. 1418. Ungar. 32. Röm. 8. Verlag der Wagnerâschen UniversitĂ€ts-Buchhandlung, Innsbruck, Greifswald 1896, S. 250 (google.de).
cite-note-33. â Rudolph von Krosigk: Nachrichten zur Geschichte des Dynasten- und Freiherren-Geschlechts von Krosigk. Zusammengestellt aus Urkunden, Aut(h)entischen Schriftstellern, Archiv- und Familien-Nachrichten 1856. Poplitz, 12te Generation, 47. Lorenz. Druck J. Petsch, Berlin 1. Januar 1856, S. 39â90 (google.de â Als Manuscript gedruckt).
cite-note-44. â AuszĂŒge aus der Familiengeschichte Krosigk: Lorenz. vogel-soya.de
cite-note-poplitz-55. â AuszĂŒge aus der Familiengeschichte Krosigk: Poplitz. vogel-soya.de
cite-note-66. â AuszĂŒge aus der Familiengeschichte Krosigk: Vollrath. vogel-soya.de
cite-note-77. â AuszĂŒge aus der Familiengeschichte Krosigk: Beesen. vogel-soya.de
cite-note-88. â Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preuĂischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740â1806/15 (= Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85). K. G. Saur Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 533 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-99. â Hans-Wolfgang von Herwarth von Bittenfeld: Herwarthisches. Als Handschrift gedruckt Auflage. Tafel II, Kontext Poplitz-Krosigk. G. Heinicke, Berlin 1899, S. 17â23 (uni-duesseldorf.de).
cite-note-1010. â In PregelmĂŒhle wurde der spĂ€tere General und RitterkreuztrĂ€ger Gerhard Conrad geboren
cite-note-1212. â Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit RittergĂŒtern angesessenen Adels. 1857. In: Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): GAB-VorgĂ€nger auf Matrikelbasis. 1. Auflage. v. Krosigk, Poplitz. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 123 (uni-duesseldorf.de).
cite-note-1313. â Ritter-Akademie zu Brandenburg. XXXIV. Bericht ĂŒber das Schuljahr von Ostern 1889 bis Ostern 1890 erstattet von dem Direktor Professor Dr. Otto Heine, Domherrn des Evangelischen Hochstifts Brandenburg. In: Alumnats- und SchĂŒlerverzeichnis. 1890. Progr. No. 68 Auflage. Bericht ĂŒber das Schuljahr von Ostern 1889 bis Ostern 1890. III. Chronik, 18. August 1889. Gustav Matthes, Brandenburg a. d. Havel 1. September 1898, S. 19 (uni-duesseldorf.de).
cite-note-1414. â A. von Eberstein: Handbuch und Adressbuch der GeschlechtsverbĂ€nde 1892. In: Emili von Maltitz (Hrsg.): Handbuch fĂŒr den deutschen Adel. Bearbeitet in zwei Abtheilungen. II. Verzeichniss der bekannt gewordenen GeschlechtsverbĂ€nde. GeschlechtsverbĂ€nde, 63. von Krosigk. Mitscher & Röstell, Berlin 10. September 1891, S. 46â47 (uni-duesseldorf.de).
cite-note-1515. â Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Niekammerâs Landwirtschaftliche GĂŒter-AdreĂbĂŒcher, Band V, Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sĂ€mtlicher RittergĂŒter und GĂŒter von ungefĂ€hr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der GesamtflĂ€che und des FlĂ€cheninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit UnterstĂŒtzung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S. (Hrsg.): Verzeichnis der fĂŒr die Landwirtschaft wichtigen Behörden und Körperschaften. 3. Auflage. V der Reihe von Paul Niekammer, Saal-Kreis. Poplitz. Reichenbachâsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 192â193 (slub-dresden.de).